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Die 10. Volkskammer der DDR

Am 18. März 1990 wurde die 10. Volkskammer der DDR gewählt. Es war die erste freie und gleichzeitig letzte Volkskammer-Wahl. Hier finden Sie eine Chronik der Ereignisse des Jahres und ein Verzeichnis der 400 gewählten Abgeordneten zum kostenlosen Download.

22.02.1990 Konstituierung der Wahlkommission der DDR

07.03.1990 Letzte Tagung der 9. Volkskammer

18.03.1990 Erste und einzige freie Wahl zur Volkskammer der DDR. Mit dem Wahltag beginnt zugleich die 10. Wahlperiode der Volkskammer. Sieger der Wahl wird die CDU mit 163 von 400 Mandaten, gefolgt von der SPD mit 88 Mandaten und der PDS mit 66 Mandaten. Von den 400 Mitgliedern der Volkskammer gehörten nur elf der 9. Volkskammer an. Ein Verzeichnis der gewählten Abgeordneten mit Fotos und Kurzangaben können Sie hier kostenlos herunterladen (PDF, 7 MB).

05.04.1990 Konstituierung der 10. Volkskammer, im zweiten Wahlgang wird Sabine Bergmann-Pohl zur Präsidentin der Volkskammer gewählt. Gemäß Verfassung der DDR wird Lothar de Maizière als Vertreter der stärksten Fraktion von der Volkskammer mit der Regierungsbildung beauftragt. Durch eine Verfassungsänderung wird der Staatsrat abgeschafft und einstweilen die Funktion des Staatsoberhauptes auf den Präsidenten bzw. die Präsidentin der Volkskammer übertragen.

11.04.1990 Die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, SPD, Liberalen, DSU und DA werden abgeschlossen.

12.04.1990 Wahl von Lothar de Maizière zum Vorsitzenden des Ministerrates der DDR und Wahl der übrigen Mitglieder des Ministerrates durch die Volkskammer. Nach einer Änderung der Verfassung werden die Regierungsmitglieder nicht auf die Verfassung der DDR vereidigt. Beschluss über die Einsetzung ständiger Ausschüsse der Volkskammer.

19.04.1990 Regierungserklärung. Die Abgeordneten der CDU und des DA schließen sich zusammen, ihre Fraktion lautet offiziell CDU/DA.

30.04.1990 Das Präsidium der Volkskammer trifft mit dem Präsidium des Bundestages in Berlin zusammen.

18.05.1990 Unterzeichnung des Staatsvertrages über die Schaffung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zum 1. Juli; die DDR verliert ihre Hoheit in der Finanzpolitik an die Bundesrepublik, übernimmt etliche bundesdeutsche Gesetze und Verordnungen und führt die DM ein.

19.06.1990 CDU/CSU und FDP einigen darauf, den 12. Deutschen Bundestag Anfang Dezember 1990 wählen zu lassen.

22.07.1990 Verfassungsänderung zwecks Bildung der Länder in der DDR, dazu ein Gesetz über die Wahlen zu den Landtagen am 14. Oktober. Den Parteien in der DDR wird gestattet, mit anderen Parteien in der Bundesrepublik zu fusionieren.

24.07.1990 Die Liberalen erklären ihren Austritt aus der Regierung, ihre Minister bleiben aber in der Regierung. Drei der neun Abgeordneten der Bauernpartei kündigen ihren Wechsel zur SPD an.

27.07.1990 Die PDS öffnet sich linken Gruppierungen in der Bundesrepublik und will diese im Westen auf ihren Listen für den Bundestag kandidieren lassen.

04.08.1990 Der Demokratische Aufbruch schließt sich auf einem Parteitag der CDU an.

09.08.1990 Der Wahlvertrag zwischen der DDR und der Bundesrepublik scheitert in der Volkskammer. Ebenso scheitern Versuche, den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik zu klären oder bereits zu erklären.

12.08.1990 Die drei liberalen Parteien der DDR treten auf einem Vereinigungsparteitag der FDP bei.

15.08.1990 Lothar de Maizière kündigt die Entlassung der sozialdemokratischen Regierungsmitglieder an; ferner nimmt er den Rücktritt von zwei weiteren Ministern an.

16.08.1990 Die SPD beendet die Regierungskoalition. Damit hat die Regierung in der Volkskammer keine Mehrheit; auch der angestrebte Vertrag zur Einheit ist ohne die Unterstützung der SPD chancenlos.

23.08.1990 Die Volkskammer beschließt den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland zum 3. Oktober 1990.

12.09.1990 Mit dem Abschluss der Zwei-plus-Vier-Gespräche und einem entsprechenden Vertrag werden die Rechte der alliierten Siegermächte zum 3. Oktober aufgehoben und der 2. Weltkrieg formal beendet (statt eines Friedensvertrages).

15.09.1990 Auf einem Parteitag beschließt die DBD ihre Auflösung und den Zusammenschluss mit der CDU.

19.09.1990 Der Palast der Republik, Sitz der Volkskammer, wird wegen Asbestbelastung geschlossen; das Parlament siedelt in den ehemaligen Sitz des SED-Zentralkomitees um.

26.09.1990 Letzte Sitzung des Ministerrates der DDR.

27.09.1990 Vereinigungsparteitag der SPD; am Vortag haben die Sozialdemokraten der Bundesrepublik und der DDR auf getrennten Parteitagen ihre Vereinigung beschlossen.

28.09.1990 Letzte Arbeitssitzung der Volkskammer; die Abgeordneten billigen, dass ihr Mitglied Joachim Gauck Sonderbeauftragter für die Stasi-Unterlagen im vereinigten Deutschland wird. Die Volkskammer bestimmt zudem die 144 Personen, die die Bevölkerung der DDR bis zum Zusammentritt des neuen Bundestages nach der Wahl im deutschen Parlament vertreten wird.

01.10.1990 Vereinigungsparteitag der CDU.

02.10.1990 Letzte Sitzung der Volkskammer im Staatsratsgebäude der DDR mit einem Rückblick auf das Wirken der 10. Volkskammer.

03.10.1990 Tag der Deutschen Einheit

04.10.1990 Zusammentritt des Deutschen Bundestages. Neben 519 Abgeordneten aus dem 1987 gewählten Bundestag treten 144 Mitglieder der Volkskammer. Die acht Abgeordneten der DSU werden Hospitanten der CDU/CSU-Fraktion. Die Fraktion DIE GRÜNEN nennt sich um in DIE GRÜNEN/BÜNDNIS 90. Neu im Bundestag ist die Gruppe der PDS.

14.10.1990 Wahl der Landesparlamente in den wiederhergestellten Ländern.

02.12.1990 Wahl des 12. Deutschen Bundestages

20.12.1990 Konstituierende Sitzung des 12. Deutschen Bundestages

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PolitikerIn des Tages

Geburtsdatum: 07.04.1986
Geburtsort: Celle
Beruf: Bilanzbuchhalter