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Jeanette Wolff

Geht man der Frage nach, ob Überlebende des Holocaust nach dem zweiten Weltkrieg Mitglied des Deutschen Bundestages waren, so stößt man auf die jüdische Abgeordnete Jeanette Wolff.

Kürschners Volkshandbuch, 1954

Jeanette Wolff, 1888 geboren, lebte mit ihrem Mann und drei Töchtern in ihrer Geburtsstadt Bocholt. Sie war sozialdemokratisches Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und engagierte sich u. a. für den Jüdischen Frauenbund. Bereits im März 1933 wurde sie für zwei Jahre inhaftiert, in der Reichspogromnacht 1938 wurden Wolff und ihre Familie verschleppt und in verschiedene Ghettos und Lager deportiert. Jeanette Wolffs Mann sowie zwei ihrer Töchter wurden in Konzentrationslagern ermordet, sie selbst überlebte gemeinsam mit ihrer Tochter Edith.

Nach dem Krieg ging Jeanette Wolff nach Berlin und wurde bereits 1946 Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Im Jahr 1952 zog sie in den Deutschen Bundestag ein, dem sie bis 1961 angehörte. Nach ihrer Parlamentszeit wurde sie stellvertretrende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland. Jeanette Wolff verstarb im Mai 1976 in Berlin.

Am 27. Januar 2015 jährt sich der Tag der Befreiung des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee zum 70. Mal und wir gedenken an diesem Tag der Opfer des Nationalsozialismus.

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PolitikerIn des Tages

Geburtsdatum: 03.05.1983
Geburtsort: Zeven
Beruf: wiss. Mitarbeiter